Guben.      Der Gesundheitskurs des Paul-Gerhardt-Gymnasiums Lübben besuchte am Mittwoch, dem 6.3.2019, das Gubener Plastinarium. Nach einer Stunde Fahrt mit dem Zug war das Ziel schon erreicht. Ein kurzer Fußweg führt zum Eingang des restaurierten Gebäudes. In der Eingangshalle ziert ein Bild die Wand: Zeitungsartikel über das „Leichenschauhaus“.
Ob es sich hierbei wirklich um ein „Leichenschauhaus“ handeln sollte, würden wir in wenigen Minuten selbst sehen.

Ein freundlicher Mitarbeiter führte uns in einen Raum mit einer Leinwand. Hier wurde ein kurzer Ausschnitt der Geschichte des Plastinariums gezeigt, bevor es in die tatsächliche Ausstellung ging.

Die Exponate im ersten Raum sorgen für Skepsis: Waren das tatsächlich einmal menschliche Organe? Wir sehen nicht nur plastinierte Herzen, Nieren oder Knochen; auch Kuchen kann plastiniert werden, wie man mit Erstaunen feststellt. Ob die Stücken noch schmecken, sei dahingestellt. Im nächsten Raum kann man den ersten Mitarbeitern bei der Aufbereitung von Knochen zuschauen. Es folgen Modelle von Sportlern, einzelnen Muskelgruppen und Organen. Einige Mädchen bleiben vor einem Glaskasten stehen. Darin liegen eine Raucherlunge und eine gesunde Lunge.

Nachdem die Mitarbeiter von einer Bewegungspause wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren, entscheiden sich einige von uns beim Plastinationsvorgang zuzusehen. Ein Mitarbeiter erklärt seine Aufgabe: „Ich bin dafür zuständig das Bindegewebe zwischen der Haut und den Muskeln zu entfernen.“ Er zieht demonstrativ einen Bindegewebsfaden aus einem der Muskelstränge. „Beschäftigen sich die Mitarbeiter eigentlich mit der Geschichte hinter dem Toten oder empfindet man Ekel?“, fragen einige Schüler. „Die Daten des Verstorbenen sind den Mitarbeitern vorenthalten, höchstens das Sterbedatum könne erfragt werden. Anfangs ist es meist etwas ungewöhnlich, wenn man sich vorstellt, dass vor einem ein Mensch liegt.“, erklärt der Mitarbeiter, „Diese Gedanken verschwinden aber irgendwann. Für jeden ist der Beruf sicherlich nichts.“

Die Ausstellung erstreckt sich noch über einige Räumlichkeiten. Wir sehen in Scheiben geschnittene Giraffen, Plastinate von Embryonen, Föten und vieles mehr.

Abschließend kann man sagen: der Tag war sehr lehrreich. Man lernt vieles über die Anatomie von Mensch und Tier sowie das Zusammenspiel von Muskeln, Organen und Knochen. Das Plastinarium bietet auch Berufschancen. Für uns Schüler des Gesundheitskurses war es ein gelungener und erinnerungswürdiger Wandertag.

 

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