Da ich aus den 3- 4 Wochen, für einige quälende, für andere atemberaubende Wochen, viele Erfahrungen und Erinnerungen besitze, möchte ich hier davon berichten.

Dies soll ausschließlich als Beratungsquelle und nicht als Werbung für die einzelnen Betriebe dienen. Um Verwirrungen zu vermeiden, werde ich die Erlebnisse verallgemeinern, sodass sie für alle verständlich sind.

Auf Anfrage können eigene Erfahrungen hier eingepflegt werden. Die Plattform dafür wird bald eingerichtet.

Sicherlich hat sich jeder am Anfang gefragt, was werden die sogenannten Betreuer mit mir anstellen. Werden sie mir alles zeigen, mich belehren oder sich gar nicht um mich kümmern? Am besten ist es, alles auf sich zukommen lassen und natürlich auf alles gefasst sein. Ich habe in einer Dienstleistung– und Werbeagentur gearbeitet. Selbst vorstellen konnte ich mir die Arbeit dort noch nicht, was sehr problematisch für den „Praktikumsbericht“ war, den alle Praktikanten bearbeiten mussten.

Die Einstellung vor dem Praktikum war recht locker. Ich dachte mir: Schlimmer als Schule konnte es nicht werden. Ich wurde sehr freundlich aufgenommen, wurde jedem vorgestellt. Doch schnell wurde mir klar, dass ich an der einen oder anderen Stelle nicht erwünscht war.

Ein Betrieb hat meistens so viele Aufgaben und Platz, wie groß die Anzahl der Mitarbeiter war. Speziell bei Dienstleistungsgesellschaften hat jeder Mitarbeiter seine eigenen Aufgaben. Wäre der Plan für mich nicht vorher abgesprochen gewesen, hätte es einige Probleme für meine Beschäftigung gegeben.

Wenn jetzt einer denkt, dass ich für mein Zeitmanagement selber zuständig war, wie es in einigen Betrieben gefordert wurde, liegt falsch. Von Mittagessen bis Arbeitsschritten wurde mir alles angeboten, so dass ich schnell in den Betriebsablauf gefunden und mich mit den Mitarbeitern sehr gut verstanden habe. Dies ist für ein Praktikum sehr, sehr wichtig. Ohne gutes Klima und klare Orientierung, werden die 3 – 4 Wochen sehr schwer.

Für mich war dies allerdings nicht der Fall und ich habe nie die Tage gezählt, wann endlich Schluss ist und die Ferien beginnen. Dafür hatte ich auch allerdings keine Zeit, da meine Aufgaben, speziell Arbeiten mit Zeichen– und Bildbearbeitungs­programmen, bzw. Programmierung, sehr zeitaufwendig waren und ich sehr konzentriert arbeiten musste.  Dadurch gingen die Tage sehr schnell zu Ende. Also ein Tipp: Wenn man sich in das Praktikum einbringt und sich auf die Aufgaben 100%ig konzentriert, wird sehr selten Langeweile und Traurigkeit aufkommen.
Dabei ist auch sehr auf Abwechslung zu achten. Ich habe sehr viele Fassetten einer Werbeagentur kennengelernt und mir viel Wissen für mein späteres Leben aneignen können.

Mir hat das Praktikum sehr viel gebracht, da ich freundlich aufgenommen und viel beschäftigt wurde. Ohne diese Funktionen würde meiner Ansicht nach das Praktikum sein Ziel verfehlen.

Natürlich ist nach dem Wohlbefinden im Betrieb/Praktikum auch das Feedback des Betriebes in Form einer Bewertung sehr wichtig. Gute Bewertungen fördern das Selbstvertrauen des Praktikanten und zeigen eine gute Zusammenarbeit auf. Allerdings muss auch eine Bewertung stattfinden. Nach mündlichen Quellen musste ich leider feststellen, dass manche Betriebe keine Bewertung abgegeben haben, was  nicht besonders positiv für das Praktikum ist. Bei solchen auftretenden Problemen ist der leitende „SPB-Berater“ dringend aufzusuchen und um Rat zu fragen.

Was mir nicht gefallen, war meine Arbeitszeitlänge. Damit meine ich nicht die Arbeitszeit pro Tag. Die Unzufriedenheit bezieht sich darauf, dass ich täglich bis um 17:00 Uhr arbeiten musste und dadurch Zeit für Freunde und Hobbys sehr beschränkt war. Andere Praktikanten hatten da Vorteile, mussten dafür aber früher am Morgen mit der Arbeit beginnen. 7-9 Stunden pro Tag arbeiten ist sicherlich kein Zuckerschlecken, aber es lohnt sich in den meisten Fällen.

Allerdings hat mir auch die Länge des Praktikums von 3 ½ Wochen nicht 100%ig gefallen. Die meisten Pläne und  Aufgaben waren sicherlich für die volle Praktikumszeit gedacht, wenn man aber schneller arbeitet als geplant, wird es einem am Ende des Praktikums sehr langweilig und man muss entweder lange auf neue Aufgaben warten oder sich selbst Beschäftigungen suchen. Die positive Einschätzung am Anfang des Praktikums ging bei mir persönlich in diesem Fall verloren, was ich sehr schade fand!

Trotzdem ist eine Meinung zum Praktikum von Fall zu Fall unterschiedlich und ich kann nur empfehlen:

  • Freunde nach ihren Erfahrungen befragen
  • nicht alles negativ sehen, denn die Erfahrungen können einem trotzdem weiter helfen
  • bei Differenzen mit Mitarbeitern den Ansprechpartner (SBP-Berater) oder das direkte Gespräch suchen
  • wenn Probleme nicht gelöst werden, tolerant mit Mitarbeitern umgehen, ein Abbruch ist sehr bedauernswert

Ganz wichtig: Macht innerhalb des Praktikums  immer mal wieder Notizen und sucht das Gespräch mit dem Betreuer und den Mitarbeitern für Interviews. Das wird für euren Praktikumsbericht hilfreich sein. Verschafft euch auch Kontakte innerhalb des Betriebes. Man kann nie wissen, ob man sie mal braucht! Ich  persönlich habe die Chance ergattern können, bei Möglichkeit im Sommer für ein bisschen Taschengeld im Betrieb zu arbeiten und mir weitere Tipps zu holen.

Zum Schluss möchte ich noch eine wichtige Sache loswerden. Es ist verständlich und kommt häufig vor, dass man den Beruf, den man als Praktikum gewählt und sich so darauf gefreut hat, im späteren Leben doch nicht als Beruf wählen will. Dafür ist das Praktikum auch da, dass man den Beruf kennenlernt und am Ende entscheidet:
Ist es doch das Richtige für mich?
Ich persönlich werde die Fachrichtung, die ich gewählt habe, wahrscheinlich später auch nicht einschlagen, da ich schon während des Praktikums andere Fachrichtungen für mich kennengelernt habe und ich die Erfahrungen als Webdesigner als Hobby anwenden werde.

Für weitere Fragen und Aussagen wird wie gesagt eine Plattform eingerichtet.

Ich hoffe, dass es euch gefallen hat und ich euch einen kleinen Einblick in das Schülerbetriebspraktikum im Rahmen des WAT-Unterrichts in der 9. Klasse gegeben habe.

Henrik Kiefer, 11.05.2011