Mitglieder des Jugendrotkreuzes haben sich am Samstag in Lübben um Unfallopfer gekümmert. Sie haben erste Hilfe geleistet, die Verunfallten vor Ort betreut und versorgt. Es war kein Ernstfall, sondern die Kreismeisterschaft des Nachwuchses im Deutschen Roten Kreuz (DRK) Kreisverband Fläming-Spreewald.

Bild Jugendrotkreuz

Die Unfälle ereigneten sich nicht wirklich, sondern waren simuliert. So genannte Mimen stellten sich etwa als Brandopfer zur Verfügung. ,,Wie wollen realitätsnahe Bedingungen", erklärt Carola Wildau. ,,Im Ernstfall werden unsere Helfer schließlich auch mit schweren Verletzungen konfrontiert." Wie die Koordinatorin des DRK weiter sagt, haben sich rund 80 Kinder und Jugendliche in 14 Mannschaften am Kreiswettbewerb beteiligt. ,,Die Teilnehmerzahl bleibt seit Jahren etwa gleich", erzählt die Kreisleiterin des Jugendrotkreuz Sophia Wilk. ,,Es machen jedoch deutlich mehr Kinder als Jugendliche mit. Uns fehlt Nachwuchs", sagt sie. ,,Wir brauchen Leute, die die einzelnen Gruppen betreuen." Die Schülerin der 13. Klassle kümmert sich selbst um Jugendrotkreuzler. Sie leitet eine entsprechende Arbeitsgemeinschaft (AG) im Paul-Gerhardt-Gymnasium in Lübben. ,,Ich möchte unseren AG-Mitgliedern Sozialkompetenzen vermitteln, sie zur Hilfsbereitschaft und gegenseitiger Achtung erziehen", sagt Sophia Wilk. Lisa Schiemann macht seit drei Jahren in der AG Jugendrotkreuz des Gymnasiums in Lübben mit. ,,Der Zusammenhalt in unserer Gruppe ist super", erzählt die Neuntklässlerin. ,,Dank unserer soliden Ausbildung durch das DRK wissen wir, wie wir uns im Ernstfall verhalten müssen." Lisa Schiemann sagt, dass sie und ihre Mitschüler in der AG ihr Engagement im Jugendrotkreuz ,,sehr ernst" nehmen. ,,Die Jugendrotkreuzler des Paul-Gerhardt-Gymnasiums gehören landesweit zu den Besten und bundesweit zur erweiterten Spitze", erzählt Sophia Wilk. Sie wurden ihrer Favoritenrolle auch am Samstag gerecht. Sie siegten in der Altersklasse (AK) 2. Aus Zossen (AK 0), Jüterbog (AK 1) und Königs Wusterhausen (AK 3) kamen die weiteren Sieger. Sie vertreten das Jugendrotkreuz des Kreisverbandes Fläming-Spreewald während des Landeswettbewerbs. Der Süden des Landkreises Dahme-Spreewald war während der Kreismeisterschaft lediglich durch die Lübbener Gymnasiasten vertreten. ,,Mehr Jugendrotkreuzgruppen haben wir nicht in dieser Region", erklärt Carola Wildau. ,,Interessierter Nachwuchs wäre sicherlich da, jedoch fehlen uns Betreuer." An zwölf Stationen durften die Teilnehmer des Kreiswettbewerbs am Samstag ihr Können beweisen. Fünf Teilbereiche waren zu absolvieren: Sozialer Bereich, Rot-Kreuz-Bereich, Musisch-kultureller Bereich, Sport-Spiel-Bereich und Erste Hilfe. Mitglieder der Lübbener Jugendfeuerwehr haben als Gastmannschaft mitgemacht. ,,Der Kreisausscheid ist eine gute Gelegenheit, das Wissen unserer Kinder unter Wettkampfbedingungen zu testen", sagt Anja Hartmann. Wie die Jugendausbilderung der Freiwilligen Feuerwehr in Lübben weiter erzählt, sei Erste Hilfe ohnehin auch Bestandteil der Ausbildung der jungen Floriansjünger. ,,Zudem", ergänzt sie, ,,fördert der gemeinsame Wettkampf den Zusammenhalt unter den jungen Helfern. Feuerwehr und DRK beispielsweise arbeiten schließlich auch im Ernstfall eng zusammen", sagt Anja Hartmann. 


Quelle: Lausitzer Rundschau vom 27.04.2010